fenster.com Köpfe der Woche zum Weltfrauentag: Sandra Haus
Anlässlich des Weltfrauentags stellen wir Frauen vor, die den Handball auf unterschiedliche Weise mitgestalten – sowohl im sportlichen Umfeld als auch durch Engagement abseits des Spielfelds.
Sandra Haus verfolgt den Sport mit großer Begeisterung und unterstützt als Geschäftsführerin von ArkPort bewusst die Next Generation im Handball. Für sie stehen Teamgeist, Disziplin und Nachwuchsarbeit im Mittelpunkt – gleichzeitig betont sie, wie wichtig Sichtbarkeit und echte Chancen für Frauen sind, um Gleichstellung im Sport weiter voranzubringen.
Welche Rolle spielt Handball aktuell in deinem Leben?
Handball ist für mich im Moment vor allem ein Blick in die Zukunft.
Wir unterstützen mit ArkPort bewusst die Next Generation, weil genau dort sichtbar wird, wie sich ein Sport, und eigentlich auch eine Gesellschaft, weiterentwickelt.
Mich fasziniert, wie diszipliniert und ernsthaft junge Spielerinnen und Spieler arbeiten. Das erinnert mich sehr an Unternehmertum: Talent allein reicht nie. Entscheidend ist, ob jemand bereit ist, langfristig dranzubleiben.
Und ganz ehrlich: Sport zeigt oft klarer als Wirtschaft, was wirklich zählt: Teamgeist, Verantwortung und auch der Mut, einmal zu scheitern. Und das Wichtigste: danach wieder aufzustehen!
Wie bist du das erste Mal mit Handball in Verbindung gekommen?
Über ein Sport-Businessnetzwerk. Dort habe ich erste Einblicke in den Handball bekommen und bin neugierig geworden.
Kurz darauf folgte eine Einladung nach Bregenz und ich durfte gleich beim Derby Bregenz gegen Hard dabei sein. Wer dieses Spiel einmal live erlebt hat, versteht sofort, warum Handball so viele Menschen begeistert.
Mich hat vor allem die unglaubliche Geschwindigkeit des Spiels beeindruckt und gleichzeitig die Tapferkeit der Spieler. Da wird gefightet, aufgestanden und weitergespielt. Anders als beim Fußball gibt es kaum Zeit zum Lamentieren. Das Spiel läuft einfach weiter.
Ich habe sofort Feuer für diese Sportart gefangen.
Wie nimmst du die Geschlechterverteilung im Handball wahr – auf und abseits des Spielfelds?
Die Athletinnen stehen den Männern in Sachen Einsatz, Professionalität und Leidenschaft in nichts nach.
Spannender wird es für mich abseits des Spielfelds. Dort sieht man noch immer, dass viele Führungs- und Entscheidungspositionen stark männlich geprägt sind. Das ist übrigens kein Handball-Thema, das ist ein generelles Gesellschaftsthema.
Aber genau deshalb finde ich Sport so interessant: Er kann schneller Veränderungen zeigen als viele andere Bereiche.
Inwiefern bist du im Handball schon mit Klischees oder festgefahrenen Rollenbildern konfrontiert worden?
Klischees begegnen einem überall. Im Sport genauso wie in der Wirtschaft.
Als Frau in der Energie- und Baubranche kenne ich das ohnehin gut. Da passiert es schon einmal, dass jemand überrascht ist, wenn man nicht nur über Marketing spricht, sondern auch über Statik, Finanzierung oder Projektentwicklung.
Im Sport ist es ähnlich: Es gibt manchmal noch diese unterschwellige Erwartung, dass Frauen eher „unterstützen“ als „führen“.
Ich persönlich finde: Die beste Methode, Klischees zu verändern, ist nicht nur darüber zu diskutieren, sondern sie einfach zu widerlegen.
Welche konkreten Schritte könnten deiner Meinung nach dazu beitragen, Vielfalt und Gleichstellung im Handball nachhaltig zu fördern?
Ich glaube, es braucht drei Dinge:
Erstens: Sichtbarkeit.
Wenn junge Spielerinnen sehen, dass Frauen auch Trainerinnen, Managerinnen oder Entscheidungsträgerinnen sein können, verändert das automatisch die Einstellung.
Zweitens: Verantwortung.
Nicht nur Symbolrollen, sondern echte Einflussmöglichkeiten in Vereinen, Verbänden und Projekten.
Und drittens: Nachwuchsarbeit.
Nachwuchsarbeit ist auch Gleichstellungsarbeit. Genau deshalb engagieren wir uns auch bei der Next Generation. Wer früh lernt, dass Leistung, Respekt und Teamgeist wichtiger sind als Geschlecht, trägt diese Haltung später automatisch weiter. Denn Leistung kennt kein Geschlecht, im Sport genauso wenig wie im Business.
Am Ende ist Sport vielleicht einer der besten Orte, um Gleichstellung ganz praktisch zu leben.


































