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Am 4. Juni und damit gerade erst vor neun Tagen, ging die Saison 2021/2022 in den HANDBALL LIGEN AUSTRIA zu Ende. Nach ein paar Tagen des Reflektierens und Aufarbeitens der vergangenen Monate, die viele Neuerungen brachte, zieht HLA Geschäftsführer Christoph Edelmüller ein erstes Fazit. Darin spricht er über die neuen Formate in der HLA MEISTERLIGA und der HLA CHALLENGE, die wirtschaftlichen und medialen Herausforderungen, die nächste Saison, die soziale Verantwortung des Sports und kündigt noch ein Highlight vor der Sommerpause an.

Jahr eins der neuen Zwölferliga in der HLA MEISTERLIGA. Wie lautet das erste Fazit?
Christoph Edelmüller: „Die neue Zwölferliga hat sich in ihrer ersten Saison sehr positiv präsentiert. Gleich sechs, sieben Teams haben heuer um den Titel mitgespielt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass mit Bregenz Handball und Sparkasse Schwaz Handball Tirol zwei Mannschaften im Cupfinale standen, die im Meister-Playoff im Viertelfinale ausschieden. Generell waren die letzten Wochen beeindruckend. Wir konnten ein extrem hohes Zuschauerinteresse im Meister-Playoff verzeichnen und sportlich erlebten wir ein Spitzenspiel nach dem anderen. Über die gesamte Saison hinweg unterstrichen auch die beiden Aufsteiger BT Füchse Auto Pichler und roomz JAGS Vöslau ihre Erstliga-Ambitionen und auch die enorme Steigerung des HC LINZ AG und der HSG Holding Graz, vergangenes Jahr noch Gegner im Abstiegs-Playoff, zu Halb- bzw. Viertelfinalisten bleiben in dieser Saison definitiv in Erinnerung. Aber, und das möchte ich betonen, wir haben immer gesagt, dass man die Reform in Richtung Zwölferliga nicht nach einem oder zwei Jahren, sondern erst mittel- bis langfristig beurteilen kann. Denn die wichtigsten Beweggründe für die Zwölferliga sind auf langfristigen Überlegungen aufgebaut.“

Auch die HLA CHALLENGE trat mit einem neuen Format an. Konnte man gleich in der Premierensaison die hohen Erwartungen erfüllen?
Christoph Edelmüller: „Ähnlich wie bei der HLA MEISTERLIGA ist es nach einem Jahr viel zu früh, das zu beurteilen. Sehr positiv ist jedenfalls, dass medalp Handball Tirol bis zum letzten Spieltag um den Titel mitkämpfte und sich auch der SK Keplinger Traun in der Aufstiegsrunde gut präsentierte, unterstreicht, dass die Teams der HLA CHALLENGE Nord/West die Teams der HLA CHALLENGE Süd/Ost voll fordern können. Genau diese Breite und diesen Konkurrenzkampf brauchen wir. Rein aus sportlicher Sicht ist es natürlich schade, dass wir in dieser Saison keinen Aufsteiger haben. Gleichzeitig begrüßen wir, dass sämtliche Vereine finanziell verantwortungsvoll und nachhaltig arbeiten und wir wissen, dass die Ambitionen mehrerer Vereine da sind, in der HLA MEISTERLIGA zu spielen. Ich bin daher zuversichtlich, dass die HLA CHALLENGE 2022/23 für viel Spannung sorgen wird.“

Wie geht es den HANDBALL LIGEN AUSTRIA wirtschaftlich und konnte man die hohe mediale Präsenz der vergangenen Jahre halten, oder gar weiter ausbauen?
Christoph Edelmüller: „Dazu muss man nochmals ein wenig ausholen. Die Saisons 2019/20 und 2020/2021 waren wirklich schwierig, die Coronakrise hat unsere Vereine und uns als Liga voll getroffen. Wir sind daher in die heurige Saison mit dem Bewusstsein gegangen, dass die schwierigste Phase auf wirtschaftlicher Ebene nicht hinter, sondern noch vor uns liegt. Dank unserer treuen Partner sind wir aber insgesamt ganz gut durch die Saison gekommen. Auch, weil der Zusammenhalt innerhalb der HANDBALL LIGEN AUSTRIA sehr stark ist, man solidarisch arbeitet und weil es trotz der für alle schwierigen Voraussetzungen gelungen ist, neue Partner für die HLA zu begeistern, wie etwa fanreisen.com, TheVentury oder Makita. Darüber hinaus haben uns vor der Saison das Ziel gesetzt, einen neuen Naming Right Partner zu finden und es freut mich ankündigen zu dürfen, dass wir diesen neuen Partner gefunden haben und am 22. Juni präsentieren werden. Damit steht uns ein echtes Saison-Highlight noch bevor. Medial konnten wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Premium Partnern ORF und LAOLA1 die gesamte Breite der HANDBALL LIGEN AUSTRIA darstellen und verzeichneten speziell im Meister-Playoff qualitativ und auch quantitativ eine hohe Präsenz samt großartigen Einschaltquoten. Durch unsere neuen Partner K19 und Kleine Zeitung verstärkten wir unsere regionale Präsenz, was von den Zusehern sehr gut angenommen wurde. Gespräche über eine Fortsetzung laufen bereits. Über den Sommer wird wie gewohnt die Medienwertanalyse durch unseren Partner United Synergies erstellt. Ob es uns erneut gelungen ist, trotz Coronakrise und Ukraine-Krieg, samt den damit verbundenen Auswirkungen auf den Print-Bereich, unsere Präsenz weiter zu steigern, wird sich zeigen.“

Der neue Meister wurde zwar erst vor wenigen Tagen gekürt, dennoch ist der Blick bereits auf die neue Saison gerichtet. Was erwartet Fans, Medien, Partner und die Teams?
Christoph Edelmüller: „Wir sind letztes Jahr mit dem Versprechen angetreten: So viele Spiele wie noch nie, so viele Tore wie noch nie. Wir haben Wort gehalten und die neuen Ligen-Formate haben sich rasch etabliert. Nun wollen wir die nächsten Schritte setzen. Mit 11teamsports durften wir bereits den neuen Ausrüster der HANDBALL LIGEN AUSTRIA präsentieren, ein Riesenschritt für uns. Mit diesem Partner schaffen wir eine noch größere überregionale Präsenz. Fans dürfen sich auf einige Überraschungen in den kommenden Monaten freuen, zusätzlich werden wir uns noch stärker als bisher den Themen Digitalisierung und Innovation widmen. Live-Streamings spielen dabei eine zentrale Rolle.“

Soziale Verantwortung wurde und wird sowohl bei den Vereinen als auch bei der HLA selbst seit Jahrzehnten großgeschrieben. Im Zuge des Ukraine-Kriegs wurde einige Aktionen zur Direkthilfe umgesetzt. Ein Schwerpunkt liegt generell auf dem Thema Antidiskriminierung.
Christoph Edelmüller: „Die vergangenen Jahre hatten etliche Herausforderungen für uns als Gesellschaft parat und wir wurden in punkto Zusammenhalt auf harte Proben gestellt. Gerade in solchen Zeiten kommt Sportorganisationen und den einzelnen Vereinen bezüglich Zusammenhalt, soziale Integrität und gelebtem Miteinander eine noch stärkere Bedeutung zu. Dieser sozialen Verantwortung sind wir uns auch als HANDBALL LIGEN AUSTRIA bewusst und sehen es als eine unserer Aufgaben an, diesbezüglich auch Taten zu setzen. Daher freuen wir uns sehr, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Sportministerium und fairplay das Projekt ´Handball für Vielfalt´ auf die Beine stellen konnten und mit Matthias Führer einen äußerst kompetenten und engagierten Antidiskriminierungsmanager gefunden haben (Anm.: Matthias Führer ist auch als Spieler in der HLA MEISTERLIGA aktiv, wurde mit dem Förthof UHK Krems Meister und zudem ins Team der Saison gewählt). Kernstück des Projekts sind Antidiskriminierungs-Workshops bei den Jugendteams unserer Vereine, und jener der WHA, zum Thema ´Handball und Homosexualität´. Die ersten Workshops wurden bereits umgesetzt und sehr gut angenommen und wir hoffen, damit junge Menschen weit über den Sport hinaus zu unterstützen.“
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