Euro 2020

4.368 Tage musste Österreichs Handball Frauen Nationalteam auf diesen Tag warten: am morgigen Donnerstag, 18:00 Uhr live auf ORF1, startet man gegen China in die WM 2021. Ein Comeback nach zwölf langen Jahren. Von den Turbulenzen der letzten Tage hat man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, ist voll fokussiert und eingestellt auf den Gegner. Herbert Müllers Bruder Helfried ist mittlerweile beim Team angekommen und hat das erste Training zu Mittag geleitet. Die Devise gegen China: „Wir müssen diese Gier haben sie zu bekämpfen und zu gewinnen.“

Immer wieder gelangen in den vergangenen Jahren Sensationen, wie jene gegen den damals amtierenden Olympiasieger Russland in der Quali zur EURO 2018. Doch das Endrundenticket konnte aufgrund eines Unentschiedens in einer Parallelgruppe dennoch nicht gelöst werden.

Im Frühjahr beendeten Sonja Frey & Co. eine Dekade ohne österreichische Beteiligung auf internationaler Bühne, präsentierten sich zunächst in der WM Vorquali gegen den Kosovo und Italien souverän und im Anschluss im Play-off gegen Polen sah man die Chance und ergriff sie.

Seit Dienstag weilt das Team in Spanien, das die Reise allerdings ohne ihren Teamchef Herbert Müller und Co-Trainer Erwin Gierlinger, sowie die 19-jährige Katarina Pandza, antreten mussten. Die drei befinden sich aufgrund eines positiven Coronatests in Österreich in Quarantäne und hoffen, bald nachkommen zu können. Nach dem ersten Schock richtete man sich umgehend wieder auf und blickte nach vorne. Für Herbert Müller sprang umgehend sein Bruder Helfried ein, der sämtliche Spielerinnen und das System durch seine Funktion als Head Coach des ÖHB Juniorinnen-Nationalteams bestens kennt.

Der modernen Technik sei Dank, sind Herbert Müller, Erwin Gierlinger und auch Katarina Pandza, trotz 2.340 Autobahnkilometer Distanz, ganz nah beim Team. Via Handy und Video-Konferenzen steht man im stetigen Austausch.

Mit China steht man einem unangenehmen Gegner zum WM-Auftakt gegenüber. „Sie haben Qualität, können auch gegen die Topnationen phasenweise mithalten. Sie sind körperlich groß, pflegen einen unorthodoxen Spielstil und werfen aus allen Lagen. Da kommen oft überraschende Schlag- und Sprungwürfe. Das ist eine Chance für uns, aber auch eine Gefahr“, charakterisiert Herbert Müller die Chinesinnen.

In den letzten Wochen war das chinesische Team in der Heimat einkaserniert, aktuelles Videomaterial war nicht zu bekommen. Daher musste man sich am Material der letzten Weltmeisterschaften bedienen.

Anhand der Kaderliste hat man neun Spielerinnen ausgemacht, die auch 2019 am Parkett standen. Zudem gab es einen Trainerwechsel. „Die Kreisläuferinnen sind sehr groß, aber technisch nicht perfekt. Während die Topnationen ein geordnetes System spielen, wirkt es bei China manchmal ein bisschen chaotisch. Sie lösen die Aufgaben dann oft im Eins gegen Eins. Da dürfen wir nicht zu passiv sein, müssen aktiv verteidigen“, analysiert Herbert Müller.

Wie wichtig dieser Auftakt ist, unterstreicht der in Quarantäne befindliche 59-Jährige nochmals: „Das Auftaktspiel ist mit Abstand das wichtigste Spiel. Mit einem Erfolg kann man gleich auf so eine gewisse Welle aufspringen.“

Dennoch soll und darf auf dem Team kein Druck lasten. Man hat sich nach zwölf Jahren wieder für ein Großereignis qualifiziert. In Hinblick auf die Heim-EURO in drei Jahren ein unbezahlbarer Zwischenschritt. Es gilt zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Ein Punkt, den auch Sonja Frey immer wieder hervorstreicht: „Das Wichtigste ist, dass wir an uns glauben, das genießen und uns nicht so viel Druck machen. China ist keine Weltmacht, aber ein sehr ernst zu nehmender Gegner. Ich denke, es wird ein enges Spiel.“

Die erste Einheit unter Helfried Müller ist bereits absolviert. Seine Einschätzung für das Spiel: „China ist ein unangenehmer Gegner. Sie haben Erfahrung, waren in den letzten Jahren für jede WM qualifiziert. Wir sind erstmals seit zwölf Jahren wieder dabei. Eine gewisse Nervosität im ersten Spiel wird da sein. Für die Spielerinnen ist das alles Neuland. Wir müssen hier reinkommen, das genießen, müssen diese Freude haben und diese Gier haben sie zu bekämpfen und zu gewinnen. Es wird nicht einfach, aber wir werden alles dafür tun.“

25th Women´s IHF Handball World Championship
2. - 19. Dezember 2021, Spanien
Erste Weltmeisterschaft der Frauen mit 32 Nationen

Vorrunde
Gruppe A, Granollers: Frankreich, Montenegro, Angola, Slowenien
Gruppe B, Llíria: Russland, Serbien, Kamerun, Polen
Gruppe C, Castelló: Norwegen, Rumänien, Kasachstan, Iran
Gruppe D, Torrevieja: Niederlande, Schweden, Puerto Rico, Usbekistan
Gruppe E, Llíria: Deutschland, Ungarn, Tschechien, Slowakei
Gruppe F, Granollers: Dänemark, Südkoea, Tunesien, Kongo
Gruppe G, Castelló: Kroatien, Japan, Brasilien, Paraguay
Gruppe H, Torrevieja: Spanien, Österreich, Argentinien, China

Spielplan

Österreich vs. China
Do., 2. Dezember 2021, 18:00 Uhr, live auf ORF1

Österreich vs. Argentinien
Sa., 4. Dezember 2021, 18:00 Uhr, live auf ORF Sport+

Spanien vs. Österreich
Mo., 6. Dezember 2021, 20:30 Uhr, live auf ORF Sport+

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